Tragen...

...ist liebevoller Körperkontakt (fördert die gesunde Entwicklung des Kindes, ist     

   ausgeglichener und stärkt das Urvertrauen)

...ist wie Medizin, hilft bei Blähungen und Fieber

...erleichtert Eltern ihren Alltag und schenkt Kindern Geborgenheit

...ist ein Grundbedürfnis für Säuglinge (Nähe, Bindung und Sicherheit)

...ist kostenlose Frühförderung

   (alle Sinne werden angesprochen und die Umgebung wird in der Gesamtheit wahrgenommen)

...steht für uneingeschränkte Mobilität (Treppen, Bus & Bahn, Wald, Berge, Strand …)

...ist Bewegungserfahrung (wichtig für die Gehirnentwicklung)

Verwöhnen gibt es bei Babys nicht - nur Stärkung, Bindung, Urvertrauen, Wurzeln zum Wachsen!

Wenn babys mehr sehen möchten dann trägt man sie auf dem Rücken
Auf dem Rücken von Mama oder Papa können neugierige Kinder alles sehr gut beobachten.

Säuglinge sind Traglinge!

 

Wir sprechen sogar von einem aktiven Tragling, da sich die kleinen Wesen an dem Träger festklammern möchten und die Bewegungsmuster durchaus vorhanden sind. Uns fehlt mittlerweile nur das notwendige Fell zum Festklammern.

  • Menschliche Neugeborene haben von Anfang an den Klammerreflex (Moro-Reflex) beim Fallen, sowie den Greifreflex (Palmar-Reflex: Säugling ballt die Faust, sobald seine Handfläche berührt wird, das kann man auch bei den Zehen beobachten), sie sind also Traglinge
  • Nachgewiesenermaßen haben getragene Babys eine regelmäßigere Herzfrequenz als Kinder, die in einem Kinderwagen geschoben werden
  • Der Schock der Umgebungsveränderung nach der Geburt wird abgemildert, wenn man sein Kind in einem Tragetuch trägt
  • Geräusche werden ähnlich wahrgenommen wie im Mutterleib, das fest gebundene Tuch vermittelt das vertraute Gefühl von Enge wie im Mutterleib
  • Legt man ein Neugeborenes auf den Rücken bzw. hebt es hoch, nimmt es instinktiv die Haltung ein, die für seine Reifung außerhalb des Mutterleibs, perfekt ist

Die Anhock-Spreizhaltung: Die Beine sind auf Bauchnabelhöhe an gehockt und der Rücken ist gerundet.

  • Leichte Hüftdysplasien kann man auch durch Verwendung eines Tragetuches ausgleichen, ohne dass die Verwendung einer Spreizhose nötig wird
  • Die Bewegung während des Tragens fördert die optimale Hüftreifung, durch den Druck und Reibung werden die knorpeligen Strukturen der Hüftgelenkspfanne, insbesondere der Pfannenräder verknöchert. Diese Bewegungen sollten immer wieder in verschiedene Richtungen Impulse geben und nicht immer auf die gleiche Stelle einwirken. Durch das immer gleiche liegen im Kinderwagen, Bettchen ect. werden leider immer die gleichen Reize ausgeübt. Auch hier wird wieder deutlich, dass unser Körper zum Tragen ausgelegt ist
  • Durch die leichte Bewegung im Tragetuch oder Tragehilfe arbeitet die Tiefenmuskulatur des Babys mit, Bewegungen des Trägers werden mitgemacht oder eine kurze Gewichtsverlagerung ausgeglichen


 

Die Wirbelsäule

 

Im Mutterleib war die Wirbelsäule des Kindes wohlgerundet und sanft gestützt (totale Rundung der Wirbelsäule=Totalkyphose). Das Baby schwebte sozusagen in der Fruchtblase und war keinerlei Belastung ausgesetzt. Die kindliche Wirbelsäule nimmt die Doppel-S-Form, die Stöße besonders gut abfedert, erst im Laufe der Zeit an. Dies geschieht mit dem Fortschreiten der motorischen Entwicklung.

Das Tragen kommt der Wirbelsäule des Säuglings entgegen, da sich die doppelte S-Form erst während des ersten Lebensjahres entwickelt.

 

Die Streckung der Wirbelsäule verläuft in drei Phasen:

1. Nach der Geburt ist der Rücken rund (Totalkyphose). Nach etwa 6 Wochen beginnt das Kind, den Kopf zu heben. Wenn das Kind sich mit etwa 4 Monaten auf die Unterarme stützen kann, ist die Streckung (beziehungsweise: die Halswirbel richten sich nach oben-vorne auf) der Halswirbelsäule fertig vollzogen (Halslordose).

Halslordose

2. Als Nächstes beginnt das Kind, sich aufzusetzen. Dazu werden die Brustwirbel nach oben-hinten aufgerichtet. Die sogenannte Brustkyphose ist vollzogen, wenn das Kind selbständig sitzen kann, das heißt, von alleine über Rotation in den Sitz kommt. Dann erst darf ein Kind sitzen, so lange wie es möchte.

 

3. Zuletzt folgt die Lendenlordose. Die Lendenwirbel richten sich nach oben-vorne auf, sobald sich das Kind an Gegenständen hochzuziehen beginnt. Abgeschlossen ist diese Phase – und damit die gesamte Streckung des Rückens – mit dem freien Gehen des Kindes.

Die vollständige Entwicklung ist allerdings erst mit einsetzen der Pubertät abgeschlossen!

 

Liegen unsere Babys im Kinderwagen, können unsere Bandscheiben keinerlei Stöße oder Bewegungen abpuffern.

 

Fazit

Unsere Hüfte und Wirbelsäule erfüllen sämtliche Voraussetzungen, um getragen - aber nicht geschoben zu werden.